Die Differenz zwischen bezahlten und zugeordneten Seats ist der häufigste stille Kostenblock in gewachsenen Unternehmen – und der am einfachsten zu behebende.
Jemand verlässt das Unternehmen, der Zugang wird deaktiviert – aber die Lizenz läuft weiter, weil die Kündigung an anderer Stelle passieren müsste.
In einer Einstellungsphase werden Seats auf Vorrat gekauft. Die Einstellungen verschieben sich, der Puffer bleibt.
Beim Wechsel ins andere Team kommen neue Tools dazu – die alten werden selten zurückgegeben, weil niemand danach fragt.
Ein Tool wurde für ein Projekt beschafft, das Projekt endete – das Abo läuft mit voller Nutzerzahl weiter.
Kurz beantwortet: Lizenz-Waste ist die Differenz zwischen bezahlten und tatsächlich zugeordneten Lizenzen, multipliziert mit dem Seat-Preis. Eine Auslastung unter 90 Prozent ist in gewachsenen Unternehmen üblich – und fast immer unbeabsichtigt.
Der Befund ist deshalb so verlässlich, weil beide Zahlen belegbar sind: Die bezahlten Seats stehen auf der Rechnung, die zugeordneten im Admin-Bereich des Anbieters. Alles dazwischen ist eine Position, für die Ihr Unternehmen zahlt, ohne dass jemand sie nutzt.
Interessant wird es bei der Hochrechnung über alle Anbieter. Wer fünfzehn Software-Abos betreibt und bei jedem zweiten eine Auslastung von 80 bis 90 Prozent hat, sammelt schnell einen vierstelligen Jahresbetrag an – verteilt auf so viele kleine Positionen, dass keine davon einzeln auffällt.
Ein kleiner Puffer kann durchaus gewollt sein: Wer regelmäßig einstellt, will nicht bei jedem Eintritt eine Bestellung auslösen. Der Unterschied liegt in der Absicht. Ein bewusst gehaltener Puffer von zwei Seats ist Planung; dreizehn ungenutzte Lizenzen sind ein Versehen, das seit Monaten läuft.
Zuletzt fachlich geprüft: 29.08.2026 · Redaktion Contract1
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